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Kleines Lexikon für den optimalen Einstieg

Sweden and Switzerland: Wie oft wurden wir in der Vergangenheit von Amerikanern verwechselt? Abgesehen vom Anfangsbuchstaben der beiden Länder sehe ich – seit knapp einem Jahr in Schweden – wenig Ähnlichkeiten.

Der Ländervergleich:

  • Schweden hat eine Fläche von 447.435 km2. (Schweiz: 41.285 km2)
  • Vom nördlichsten zum südlichsten Punkt sind es 1572 km (Schweiz: 220 km).
  • Zu Schweden gehören 221.000 Inseln (In der Schweiz haben wir höchstens deren knapp 80 in Seen, kleineren Gewässern und Flüssen).
  • Schweden hat einen König (In der Schweiz sind wir alles kleine Könige.)
  • Pro Quadratkilometer wohnen 23 Personen (Schweiz: 207).
  • Die Schwedinnen sind grossmehrheitlich blond – den zahlreichen Coiffures sei dank.
  • Und Hektik sowie Stress – das kennen die Schweden höchstens aus Erzählungen.

Damit du dich also in diesem Land zurecht findest, hier ein paar Tipps, Tricks und Knicke-Regeln:

  • Hallo sagen = Hej oder Hej-hej
  • Auf Wiedersehen = Hej da (Wobei es ein eigentliches Wort hierfür gar nicht gibt.)
  • Fika-Time = Kaffee-Zeit = Optimalerweise findet sie morgens um 10 und nachmittags um 15 Uhr statt. Es kann schon einmal vorkommen, dass ein Meeting nachmittags unterbrochen wird, um eine gemeinsame Fika einzunehmen, die einen wässrigen Filterkaffee sowie ein Süssgebäck beinhaltet.
  • Schuhe ausziehen = Das gehört sich so bei jedem Besuch. Mein Tipp: Überprüfe deine Socken, bevor du das Haus verlässt.
  • In die Reihe stehen = Dies beherrschen nicht nur die Engländer sondern die Schweden genauso gut. Schweden wissen eben: Irgendwann kommt jeder an die Reihe.
  • Arbeiten im Juni und Juli = Das machen die wenigsten Schweden. So kann es durchaus vorkommen, dass du alleine im Büro sitzt.
  • Small Talk = Etwas, das die Schweden überhaupt nicht gerne machen. Entsprechend kann es dir passieren, dass dir dein Nachbar im Treppenhaus ausweicht oder statt „Hallo zu sagen“ in sein Handy guckt, einfach, damit er die Konversation mit dir vermeiden kann.
  • Gesundheitssystem = Das Gesundheitssystem gilt als gut und innovativ – vor allem auch, weil sich die Ärzte „noch“ um ihre Kernkompetenzen kümmern können. Doch es wird stark „triagiert“ – der Kosten wegen.
    Das heisst, mit normaler Grippe oder ähnlichen Symptomen wirst du vergeblich darauf warten, einen Arzt konsultieren zu können. Hierfür ist die Nurse da.
    Und um diese zu sprechen, setzt du sich erst einmal in eine Gesundheitszentrale und musst dich gedulden, bis du an der Reihe bist. Vielleicht bleibst du also lieber zu Hause, um keinen weiteren weiteren Infekt aufzulesen. Und falls es dir wirklich schlecht geht, so mach dich – sofern du dazu in der Lage bist – lauthals bemerkbar. Dann wird man dir mit Garantie professionell zu helfen wissen.

Bargeld = Ist in Schweden ein rares Gut und soll bis 2030 gänzlich verschwunden sein. Was du benötigst, sind EC und Kreditkarte. Und falls du als Expat längerfristig in Schweden weilst, so schau zu, dass du möglichst schnell zu einer Personal ID kommst, damit du ein Bank-Konto eröffnen und somit mit Swish (analog Twint) Rechnungen begleichen kannst. Swish ist im Gegensatz zu Twint DAS Zahlungsmittel schlechthin.

Öffentliche Verkehrsmittel = Stockholm hat ein tolles Verkehrsnetz, bestehend aus Bussen und Metro (Tunnelbanna).

  • SL-App: Lade dir diese hinunter, um den Fahrplan stets mit dir zu tragen sowie um allenfalls direkt via App die Tickets für dich und deine Familie zu lösen.
Statt Zonen löst du beim Kauf eines Tickets eine 75-minütige Fahrzeit. Du kannst Tickets für dich und deine Familienmitglieder lösen. Am Freitag sowie über das Wochenende fahren die Kinder gratis mit. 
  • SL-Karte: Du kannst aber auch eine SL-Karte besorgen (erhältlich in den Metro-Stationen am Schalter). Damit vergünstigt sich die Fahrt um einige Prozent. Das System ist dasselbe. Sobald du das Drehkreuz in der Tunnelbanna passiert hat, werden dir 75 Minuten Fahrzeit gutgeschrieben und vom Konto abgebucht. Ist die Karte leer, kannst du sie an einem in der Tunnelbanna sich befindenden Ticketautomaten wieder aufladen.
Im Tram wird dir der Schaffner die Fahrzeit in Rechnung stellen; im Bus musst du vorne einsteigen und die Fahrzeit auf deiner SL-Karte abbuchen. 

Einkaufszentren: Gibt es wie Sand am Meer. Coop, Helmköp, Lidl sowie ICA MAXI (am teuersten und besten) sind die gängigsten. Insbesondere das Gemüse hat nicht dieselbe Qualität wie jenes aus der Schweiz. Dies ist wenig verwunderlich. Klimaveränderungen hin oder her: Der Winter ist zu lange und zu dunkel und der Sommer nach wie vor zu kurz, als dass hier in Schweden allzu viel wachsen könnte.

Schulen: Bleibst du länger mit deiner Familie in Schweden, so ist es eine Überlegung Wert, deine Kinder in eine öffentliche Schule zu geben. Schliesslich lernen Kinder schnell eine fremde Sprache. Andernfalls ist es allenfalls einfacher, wenn du sie in eine der vielen internationalen Schulen gibst (Übersicht siehe hier).

In Stockholm City gibt es zwei Internationale Schulen mit IB Programm:

  • Die International School of Stockholm Region (Bohusgatan, Södermalm/öffentliche Schule initialisiert von Stockholms Behörden und initiiert für die vielen Expats, die für eine befristete Zeit in Stockholm bleiben/IB-Diploma-Programm).
  • Daneben gibt es die Deutsche Schule Stockholm mit einer über 400-jährigen Geschichte, die ausgerichtet ist auf das deutsche internationale Abitur und das schwedische Abschlusszeugnis.

ACHTUNG: Es ist schwierig, in einer der drei Schulen einen Platz zu bekommen. Es lohnt sich also, schnellstmöglich einen Platz in einer der drei Schulen zu beantragen und nach Möglichkeit selber persönlich vor Ort zu gehen. Letzteres hilft, um sich trotz Warteliste möglicherweise und mit Glück einen Schulplatz zu sichern.

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